1. Kyu Prüfungsprogramm (braun)

Mindestalter: 14. Lebensjahr (Jahrgang)

Vorkenntnisse

stichprobenartig

Grundform der Wurftechniken
(5 Aktionen)

Ashi-guruma oder O-guruma

Ura-nage oder Yoko-guruma

Te-guruma

Kata-guruma

Soto-maki-komi oder
Hane-maki-komi

Uki-otoshi
(nur für die Kata)

Grundform der Bodentechniken
(4 Aktionen)

Sankaku-osae-gatame

Sankaku-gatame

Sankaku-jime

Kata-te-Jime

   

Anwendungsaufgabe Stand
(6 Aktionen)

  • 3 dieser Techniken (außer Uki-otoshi) aus je 2 verschiedenen Situationen werfen

Anwendungsaufgabe Boden
(5 Aktionen)

  • aus drei unterschiedlichen Standardsituationen oder Ausgangspositionen Sankaku anwenden
  • 2 Übergänge vom Stand zum Boden mit Shime-waza nach einem missglückten Angriff mit einer Wurftechnik des Gegners (z.B. mit Koshi-jime)

Randori
(3 Randori a`3 min.)

  • 3 Randori mit verschiedenen Partnern

Kata

  • Nage-no-kata Gruppe Te-waza

Erläuterungen zum Prüfungsprogramm des 1. Kyu (brauner Gürtel)

Ausbildungsschwerpunkte

  • Mit Erlangen des 1. Kyu sind die wesentlichen technischen Elemente des Grundlagentrainings vermittelt worden.
  • Die Wurftechniken erfordern von Uke eine sichere und selbstbewusste Beherrschung der Falltechniken, da der Fall bei einigen Wurftechniken sehr hoch (wie z.B. Ura-nage, Kata-guruma) und auch hart (z.B. Soto-maki-komi oder Te-guruma) sein kann.
  • Bei den Grifftechniken liegt das besondere Augenmerk auf Sankaku („Dreieck“) –Techniken, die sowohl als Haltegriff, als Würgegriff oder als Armhebel abgeschlossen werden sollen.
  • Mit der Anwendungsaufgabe Boden wird der für die Teilnahme an Wettkämpfen sehr wichtige Zusammenhang zwischen Stand- und Bodentechniken weiter verdeutlicht.
  • Standrandori soll als „freies Üben“ mit dosierten, angemessenen Widerständen praktiziert werden. Dabei sollen die Judoka möglichst viele Aspekte des „Judospiels Randori“ aufzeigen, ohne sich zu verabreden, sondern aus dem Gefühl heraus, eine sich anbietende oder geschaffene Situation angemessen und sinnvoll zu nutzen.
  • Das Üben der Nage-no-kata wird mit der 1. Gruppe Te-waza („Handtechniken“) abgeschlossen. Auch wenn es für die Prüfung zum 1. Kyu nicht zwingend notwendig ist, sollten die Judoka in der Lage sein, die drei bisher erlernten Gruppen auch hintereinander in der korrekten Reihenfolge zu demonstrieren.

Anmerkungen zu den Prüfungsfächern

1. Vorkenntnisse

Nur in ganz besonderen Fällen sollten die Prüfer Vorkenntnisse beurteilen. Das richtige (Fall-)Verhalten von Uke kann auch rückwirkend beurteilt werden. Vgl. dazu auch die Anmerkungen des 2. Kyu.

2. Grundform der Wurftechnik

  • Ura-nage, Yoko-guruma und Te-guruma können als Kontertechniken aber auch als direkte Angriffe sinnvoll demonstriert werden.
  • Ashi-guruma und O-guruma geben die Möglichkeit, den Kawaishi-Eingang („über Kreuz-Eingang) als weitere Eingangsbewegung zu studieren.
  • Kata-guruma kann sowohl als klassische Variante mit hohem Ausheben und auch als „Abtaucher“ mit niedrigem Abrollen vorgeführt werden.
  • Maki-komi Techniken müssen so eingeführt werden, dass der Fall von Uke durch Tori gut und sicher zu kontrollieren ist.

3. Grundform der Bodentechnik

  • Die Grundformen der Sankaku-Varianten können sich mit der Anwendungsaufgabe vermischen, weil eine Demonstration dieser Techniken fast immer sinnvoll aus Standardsituationen heraus erfolgt.
  • Kata-te-jime sollte auch in der Wettkampfvariante „Koshi-jime“ gezeigt werden können.

4. Anwendungsaufgabe im Stand

Im Unterschied zum Randori sollen bei der Anwendung konkrete Wurftechniken im „freien Üben“ gezeigt werden. Dabei soll diese „Randori ähnliche“ Anwendung durchaus auf vorheriger Absprache beruhen.

5. Anwendungsaufgabe am Boden

  • Im Übergang zum Boden sollen zwei Angriffe von Uke mit Würgegriffen gekontert werden. Dieser Übergang ist für einen fortgeschrittenen Judoka zwingend notwendig.
  • Auch Sankaku ist für den fortgeschrittenen Judoka ein „Muss“! Daher erklärt sich diese Anwendungsaufgabe.

6. Randori

Randori auf dieser Stufe sollten ein freies, spielerischen Üben mit „Kampfcharakter“ sein, das alle Möglichkeiten des Judo beinhalten kann, d.h. Angriffs-/ Verteidigungsverhalten kann durchaus misslingen. Dies gehört zu den Kernkompetenzen eines Braungurts.

7. Kata

Kata schult präzise verabredetes Üben. Jede Bewegung ist vorgegeben und bekannt. Daher kann ganz besonders das Timing, Abstimmung, Kooperation und Präzision der Wurftechniken bewertet werden. Die Form sollte richtig sein, auch wenn Verstöße gegen Details unberücksichtigt bleiben sollten.


Lexikon / neue japanische Begriffe

69.

Ashi-guruma

Beinrad

70.

Hane-maki-komi

„schnellendes“ Einrollen;

71.

Kata-guruma

Schulterrad

72.

Kata-te-jime

mit einer Hand würgen

73.

Kawaishi-Eingang

über Kreuz-Eingang

74.

Koshi-jime

„Hüftwürger“

75.

Makikomi-waza

„Einroll-/ Einwickeltechniken“

76.

O-guruma

großes Rad

77.

Sankaku-gatame

Dreiecks-Hebel

78.

Sankaku-jime

Dreiecks-Würger mit den Beinen

79.

Sankaku-osae-gatame

Dreiecks-Haltegriff

80.

Shime-waza

Würgetechnik

81.

Soto-maki-komi

äußeres Einrollen/Einwickeln

82.

Te-guruma

Handrad

83.

Te-waza

Handtechnik

84.

Uki-otoshi

Schwebesturz

85.

Ura-nage

Rückwurf

86.

Yoko-guruma

Seitrad